Arturas Valiauga (LIT, *1967)
I dropped in on Stepas, we talked about life, 2002/03 Serie von Farbfotografien
In einem bescheidenen eingerichteten Haus wohnen eine betagte Frau und
ihr alter Sohn. Manche Aufnahmen zeigen die beiden in ihrem Wohnraum,
auf dem Sofa, am Küchentisch und auf der Bettkante sitzend. Dem
Fotografen war hierbei das Verhältnis der Bewohner zu dem von ihnen
gestalteten Wohnraum wichtig. Im Verlauf von zehn Jahren beklebten sie
die Wände mit bunten und schwarzweißen Ausschnitten aus Zeitungen und
Magazinen.
Mit ihnen hielt die Welt in kleinem Format Einzug. Insofern die
alltägliche Bilderwelt zusätzlich durch dekorative Bonbonpapiere und
weiße Farbtupfern auf einer Schranktür ergänzt wird, ist die Angst vor
dem leeren Raum nicht zu übersehen. Mutter und Sohn leben sozusagen in
einem „Archiv der Gegenwart“. Mit den Abbildungen aus der jüngsten
Geschichte halten sie sich bewusst oder unbewusst auch das Verrinnen
der Zeit vor Augen. Diesen Aspekt versinnbildlicht seinerseits Valiauga
bei der Fotografie des rauchenden Sohnes mit einem weißen Wecker: Rauch
und Uhr sind alte Zeichen der Vergänglichkeit. Gesprochen wird – so der
Gesamteindruck – wenig in diesem Haus. KW
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