VERANSTALTUNG

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Die Tagung wird gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Programmheft (PDF, 236 KB)

Teilnahmegebühr: 10 / 5 € (für 3 Tage)
Verpflegung wird vor Ort kostengünstig angeboten.
Die Tagungssprache ist deutsch.

Kreative Arbeit und Urheberrecht
Tagung in der PHOENIX Halle Dortmund
26. – 28. September 2008

Eine Kooperation zwischen iRights.info, Berlin
und Hartware MedienKunstVerein, Dortmund

Projektleitung:
Dr. Volker Grassmuck, iRights.info
Dr. Inke Arns, künstlerische Leiterin HMKV

TeilnehmerInnen:
Dr. Inke Arns, Dortmund/Berlin
Ilja Braun, Köln
Thierry Chervel, Berlin
Martin Conrads, Berlin
Dr. Florian Cramer, Rotterdam
Valie Djordjevic, Berlin
Frank Dostal, Hamburg
Hanns-Peter Frentz, Berlin
Peter Grafe, Bonn
Dr. Volker Grassmuck, Berlin
Francis Hunger, Leipzig
Christoph Irrgang, Hamburg
Paul Keller, Amsterdam
Dr. Volker Kitz, München
Johannes Kreidler, Berlin
Prof. Dr. Martin Kretschmer, Bournemouth
Dr. Till Kreutzer, Hamburg
Udo Mager, Dortmund
Dr. Alexandra Manske, Berlin
Veronika Mirschel, Berlin
Philipp Otto, Berlin
Prof. Dr. Gerhard Pfennig, Bonn
Meike Richter, Berlin
Marc Röbbecke, Dortmund
RA Wolfgang Schimmel, Stuttgart
SchülerInnen der Musikschule Dortmund
Cornelia Sollfrank, Hamburg
Matthias Spielkamp, Berlin
Dr. Felix Stalder, Zürich
Christian von Borries, Berlin
Manuela Zechner, London

iRights Redaktion:
Valie Djordjevic
Robert A. Gehring
Dr. Till Kreutzer
Philipp Otto
Matthias Spielkamp

HMKV:
Susanne Ackers, geschäftsführende Leiterin HMKV
Francis Hunger, Juniorkurator HMKV

Organisation HMKV:
Andrea Eichardt
Kathleen Blümel

Technische Betreuung:
Uwe Gorski, Technischer Leiter HMKV
Melenk Veranstaltungstechnik, Dortmun

Pressearbeit:
Roland Kentrup, ZK Medienagentur, Dortmund

Die Tagung "Kreative Arbeit und Urheberrecht" wird
gefördert von der Bundeszentrale für Politische Bildung

Redaktion iRights.info
Spremberger Straße 1
12047 Berlin
www.iRights.info

Hartware MedienKunstVerein
Güntherstr. 65 (Büro)
44143 Dortmund
www.hmkv.de



Kreative Arbeit und Urheberrecht

PHOENIX Halle | 26. September 2008 - 28. September 2008

Kreative Arbeit und Urheberrecht
HMKV in der PHOENIX Halle Dortmund, 26.-28. September 2008

Schützt das Urheberrecht Autoren oder Verwerter? Wie arbeiten Urheber – mit öffentlicher Förderung, in der Kreativwirtschaft oder in lustvoller Selbstausbeutung? Remixing ist illegal und findet doch massenhaft statt – wie lassen sich die Interessen von Kreativen und Re-Kreativen vereinbaren?

Die brisantesten Fragen aus der von iRights.info durchgeführten Untersuchung der neuen Arbeitsverhältnisse werden nicht nur in Vorträgen und Podien zu Diskussion gestellt, sondern auch in Form von Performances, Filmen, Konzerten und einem Rundgang durch die Ausstellung "Anna Kournikova Deleted By Memeright Trusted System - Kunst im Zeitalter des Geistigen Eigentums".

Die Digitalisierung der Medienwelt verändert alles: die Arbeitsbedingungen der Kreativen, die Nutzungsmöglichkeiten durch die Empfänger und die Verwertungsketten auf dem Markt. Früher haben Künstler, Journalisten und Musiker Werke geschaffen, die Verlage haben sie vermarktet und die Verbraucher haben sie verbraucht. Heute sind Autoren Multimediaproduktionskonglomerate in einer Person. Die so genannten Endverbraucher stehen nicht länger am Ende der Leitung, sondern sind Ausgangspunkt für eigene Werke und globale Distribution aus dem Wohnzimmer. Und aus den Industrien, die früher säuberlich in Medienhardwarehersteller, Kommunikationsdiensteanbieter, Verlage, Vertriebe und Veranstalter getrennt waren, sind heute unüberschaubare Konstellationen geworden, bei denen man kaum sagen kann, wer gerade wen quersubventioniert oder aufkaufen wird. Das Urheberrecht soll, so lässt der Name vermuten, die Rechte der Urheber sichern. Tatsächlich ist es zu einem weiteren Instrument im Kräfteringen um Marktanteile geworden. Wo bleiben in dieser komplexen Dynamik diejenigen, die kreative Werke im Sinne des Urheberrechts schaffen, diejenigen also, um die sich alles dreht?

Das Projekt »Arbeit 2.0 – Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt« versucht Licht ins Dunkel der digitalen Kultur- und Wissensordnung zu bringen. Mit analytischen, künstlerischen und dialogischen Mitteln untersuchen wir die neuen kreativen Arbeitsverhältnisse und ihre Rahmenbedingungen. Die Kernfragen zu Ökonomie, Remixing und Organisation von Kreativschaffenden, die sich aus der von iRights durchgeführten Untersuchung ergeben, werden auf der Tagung "Kreative Arbeit und Urheberrecht" zur Diskussion gestellt.


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Kreative Arbeit und Urheberrecht // Tagungsprogramm

(Abstracts zu den einzelnen Teilen der Tagung finden Sie am Seitenende)

Programmheft (PDF, 236 KB)


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Freitag, 26. September 2008

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11:00 Eröffnung
* Udo Mager, Geschäftsführer Wirtschafsförderung Stadt Dortmund
* Dr. Inke Arns, HMKV
* Dr. Volker Grassmuck, iRights.info
VIDEODOKUMENTATION http://www.archive.org/details/KAU08_fr_1100_Eroeffnung

Das Urheberrecht schützt die ideellen und materiellen Interessen der Urheber – sagt jedenfalls das Urheberrecht. Aber tut es das wirklich? Und tut es das in seiner gegenwärtigen Form? Was für ein Urheberrecht brauchen denn die Kreativen, die ”Arbeiter 2.0”? Diesen Fragen werden vier Referenten nachgehen, die von den Antworten unmittelbar betroffen sind. Die kurzen, zehnminütigen Statements bilden den Auftakt zur Konferenz. Sie werden ein breites Spektrum unterschiedlicher Meinungen von Personen aufzeigen, die eigentlich alle ”auf der gleichen Seite“, auf der Seite der Urheber stehen, jedoch ganz unterschiedliche Positionen vertreten. Dies dient nicht nur der Einführung in die Thematik, sondern auch dazu, einen Eindruck davon zu vermitteln, wie kontrovers über die Ausgestaltung eines zeitgemäßen Urheberrechts diskutiert wird.

11:30 Urheberrecht – Segen oder Fluch der Kreativen? // Standpunkte
* RA Wolfgang Schimmel, Sekretär im Fachbereich Medien, Kunst und Industrie, ver.di, Stuttgart
* Ilja Braun, freier Journalist, Köln
* Paul Keller, Senior-Projektleiter Creative Commons Niederlande & Vorstandsmitglied iCommons, Amsterdam
* Christian von Borries, Dirigent, Komponist und Produzent, Berlin
* Moderation: Dr. Till Kreutzer, iRights.info
VIDEODOKUMENTATION http://www.archive.org/details/KAU08_fr_1130h_Was_fuer_ein_Urheberrecht_braucht_kreative_Arbeit

12:30-13:30 Mittagspause

13:45 Einkommensverhältnisse von Kreativen // Vortrag
* Prof. Dr. Martin Kretschmer, Lehrstuhl für Informationsrecht & Direktor des Centre for Intellectual Property Policy & Management, Bournemouth University
* Moderation Dr. Volker Grassmuck, iRights.info
VIDEODOKUMENTATION http://www.archive.org/details/KAU08_fr_1400_Einkommensverhaeltnisse_von_Kreativen

Martin Kretschmer und Philip Hardwick haben die erste umfassende empirische Studie zum Einkommen von Autoren aus Urheberrechten vorgelegt. Dazu haben sie 25.000 britische und deutsche Autoren befragt und Daten von Verwertungsgesellschaften, Künstlersozialkasse, Einkommenssteuer und Arbeitsämtern ausgewertet. Das Ergebnis: Die Einnahmen von Autoren liegen deutlich unter dem gemittelten nationalen Lohnniveau. Wenige Stars erzielen einen überproportionalen Anteil daraus. In Deutschland mit seiner stärkeren Regulierung von Urheberrechtsverträgen ist die Verteilung zwar weniger stark verzerrt, aber die Einnahmen sind noch niedriger als in England. Autorinnen verdienen deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Die zunehmende Verwertung im Internet hat sich nicht in zusätzliche Einnahmen übersetzt. Die typischen Autoreneinnahmen sind seit 2000 in beiden Ländern zurückgegangen.

15:00 Kaffee // Pause

15:30 Wer bezahlt Kreativität? // Diskussion
* Paul Keller, Senior-Projektleiter Creative Commons Niederlande & Vorstandsmitglied iCommons, Amsterdam
* Peter Grafe, Leiter Referat K16 Kulturwirtschaft beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
* Meike Richter, freie Radioautorin
* Moderation: Christoph Gurk, Kurator, Autor und Dramaturg, Volksbühne Berlin und Schauspiel Leipzig
VIDEODOKUMENTATION http://www.archive.org/details/KAU08_fr_1530_Wer_bezahlt_Kreativitaet

Kreative arbeiten in aller Regel freischaffend. Das Panel erkundet, wo sie Abnehmer und Förderer für ihre Werke finden. Wie sieht es tatsächlich aus in der Kultur- und Kreativwirtschaft, die von der Politik als Wachstumsmotor gesehen und besonders gefördert wird? Ist es möglich, Werke unter Creative Commons frei zu lizenzieren und dennoch Geld damit zu verdienen? Wo streckt sich Kulturschaffenden die öffentliche Hand entgegen: in Rundfunk und Theater, mit Wettbewerben und Residencies? Oder bleibt für die meisten Bohemiens doch nur der prekäre Mix aus Kneipenjob, Arbeitslosenhilfe und einem seltenen Taschengeld für die eigentliche kreative Arbeit?

17:30 Pause

17:45 Kunst und ihre technische Reproduktion // Diskussion
* Cornelia Sollfrank, Netz- und Konzeptkünstlerin, Hamburg
* Prof. Dr. Gerhard Pfennig, Geschäftsführender Vorstand VG Bild-Kunst, Bonn
* Christoph Irrgang, freier Fotograf, Hamburg
* Hanns-Peter Frentz, Leiter Bildarchiv der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin
* Moderation: Dr. Volker Grassmuck, iRights.info
VIDEODOKUMENTATION http://www.archive.org/details/KAU08_fr_1730_Kunst_und_ihre_technische_Reproduktion

Die Künstlerin malt. Das Museum kauft an. Der Fotograf reproduziert. Die Agentur vermarktet. Die Verwertungsgesellschaft verwertet. So weit so einfach. Aber wie werden die Erlöse aufgeteilt und wie verändern sich die Verhältnisse durch die Digitalisierung der Medienwelt? Die Umsätze auf dem Kunstmarkt entwickeln sich positiv, wie die Enquete-Kommission Kultur des Deutschen Bundestages feststellte. „Doch nur wenige Künstlerinnen und Künstler haben daran auch teil.“ Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen im Dienste der Öffentlichkeit sind die Aufgaben eines Museums. Heutzutage kommt eine weitere hinzu: Verwerten. Wird das Museum zum Anhang seines Shops oder erfüllt sich Benjamins Vorstellung von der Demokratisierung der Anteilnahme an Kunst durch ihre technische Reproduzierbarkeit?

19:45 Pause

20:30 Wir spielen, was wir wollen // Konzert
* Christian von Borries, Dirigent, Komponist und Produzent, Berlin
mit Schülerinnen und Schülern der Musikschule Dortmund (Uraufführung)
VIDEODOKUMENTATION http://www.archive.org/details/KAU08_fr_2030_Konzert_Wir_spielen_was_wir_wollen

Der Berliner Dirigent und Musiker Christian von Borries erarbeitet zusammen mit Dortmunder MusikschülerInnen eine neue Musik, die aus der Lieblingsmusik der TeilnehmerInnen besteht. Die Stücke verschiedenster Musikgenres, die in Form von Xerox Kopie, mp3, gepfiffener Melodie oder Erinnerung vorliegen, werden verschiedenen Kopier- und Scanvorgänge unterzogen. Dabei entstehen zwangsläufig Übersetzungsfehler und Unschärfen, die zu zentralen Elementen der neu entstehenden Komposition bzw. deren Notation werden. Handelt es sich bei den neuen, live gespielten Stücken um Medleys, Cover-Versionen, Adaptationen, Interpretationen oder gar eigenständige neue Kompositionen - oder gar nichts von alledem? Die Beantwortung dieser Frage wirkt sich unmittelbar auf die - möglicherweise unbezahlbaren - (Lizenz-)Gebühren aus. Dürfen wir wirklich spielen, was wir wollen?

Ende ca. 21:30

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Samstag, 27. September 2008

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11:00 Anticopyright in künstlerischen Subkulturen // Vortrag
* Dr. Florian Cramer, Course Director Media Design M. A. und Professorial Coordinator (Lector) des Forschungsprojektes „Communication in a Digital Age“, Piet Zwart Institute, Willem de Kooning Academy, Rotterdam University of Applied Sciences
* Moderation: Dr. Inke Arns, HMKV
VIDEODOKUMENTATION http://www.archive.org/details/KAU08_sa_1100_Anticopyright_in_kuenstlerischen_Subkulturen

Der Vortrag erzählt eine Kulturgeschichte von Anticopyright-Kunst und -Aktivismus vor allem des späten 20. Jahrhunderts. Inspiriert von Lautréamonts Lob des Plagiats und Marcel Mauss' Anthropologie von "Geschenkökonomien" propagieren Situationisten, Neoisten, Festivals of Plagiarism, Plunderphonics und das Luther Blissett-Projekt eine Kultur ohne geistiges Eigentum. Im Internet schreibt sich ihr Diskurs fort und ist neue Allianzen mit GNU-Copyleft, Open Source und Filesharing-Aktivismus eingegangen. Doch bleibt in diesem Mainstream des Anti-Copyrights ästhetische Radikalität auf der Strecke?

12:15-13:15 Mittagspause

13:30 Rekreativität und Urheberrecht // Vortrag
* Dr. Volker Kitz, LL.M. (New York University), Höcker Rechtsanwälte, Köln / Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, München
* Moderation: Philipp Otto, iRights.info
VIDEODOKUMENTATION http://www.archive.org/details/KAU08_sa_1330_Rekreativitaet_und_Urheberrecht

Kreativität ist zu weiten Teilen immer auch Rekreativität: Sampling, Remixing, Appropriation, Cut-Ups und Mashups sind weit verbreitete Phänomene. Betroffen sind alle Bereiche kreativen Schaffens. Insbesondere der User Generated Content lebt von Rekreativität. Welche legalen Möglichkeiten für Rekreativität gibt es derzeit? Wie haben sich die rechtlichen Voraussetzungen für Zitat, Parodie und andere freie Benutzung im Lauf der Zeit verändert? Wie können neue Lizenzierungsmodelle die Rekreativität fördern? Welche rechtspolitischen Forderungen kann die kreative Klasse realistischerweise erheben?

14:45 Pause

15:00 Führung durch die Ausstellung "Anna Kournikova Deleted By Memeright Trusted System - Kunst im Zeitalter des Geistigen Eigentums"
Dr. Inke Arns und Francis Hunger, HMKV

16:30 Kaffee // Pause

17:00 Remix Culture // Diskussion
* Thierry Chervel, Journalist, Mitbegründer des Online-Magazins Perlentaucher.de
* Martin Conrads, freier Autor; Dozent am Institut für Transmediale Gestaltung, Universität der Künste Berlin
* Frank Dostal, Textdichter, Producer, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der GEMA, Hamburg
* Johannes Kreidler, Komponist und Musiktheoretiker (Hochschule für Musik und Theater Rostock, Hochschule für Musik Detmold), Berlin
* Dr. Felix Stalder, Dozent Theorie der Mediengesellschaft, Zürcher Hochschule der Künste, Vertiefung Neue Medien
* Moderation: Dr. Inke Arns, HMKV
VIDEODOKUMENTATION http://www.archive.org/details/KAU08_sa_1700_Remix_Culture

Kultur war schon immer Bezugnahme auf und produktive Verarbeitung von vorhergehenden kulturellen Äußerungen. Neue Technologien machen heute diese Aneignungen leichter - und führen zu einer massenhaften Re-Kreativität (“Sampling"). Das Panel beschäftigt sich mit zeitgenössischen aneignenden Kulturpraktiken, die sich in rechtlichen Grauzonen bewegen und fragt, inwiefern das derzeitige Urheberrecht Kultur effektiv be- oder sogar verhindert. Heute entscheidet sich, ob wir in Zukunft in einer “Remix Culture" - also einer Gesellschaft, die die Entstehung abgeleiteter (’derivativer') Werke erlaubt bzw. explizit fördert - oder in einer “Permission Culture" (“Erlaubniskultur") leben werden, in der jede aneignende Bezugnahme einer expliziten Erlaubnis des Rechteinhabers bedarf.

19:00 Pause

19:15 Steal this Film II (2008) // Kino

„Wahrlich sind dies seltsame Zeiten. Während die Mainstream-Medien den ‚Kämpfen’ zwischen alten und neuen Distributionswegen, zwischen Piraterie und der Institution des Urheberrechts weiterhin große Aufmerksamkeit widmen, erscheint vielen von uns diese Auseinandersetzung  bereits verloren und gewonnen. Wir wissen, wer die Sieger sind. Wozu also weiterreden?
Weil auch weiterhin Druck ausgeübt werden wird: Nach wie vor werden Gerichtsverfahren gegen Unschuldige angestrengt und Verhaftungen auf der Grundlage unhaltbarer Vorwände durchgeführt - all das, um Leute zu verwirren und in Angst zu versetzen. Außerdem wird mit verschärften Gesetzen hart gegen Filesharing vorgegangen – Gesetze, die auch zur schrittweisen Erosion unsere Privatsphäre beitragen und den Überwachungsstaat stärken. All das ist darauf angelegt, die unaufhaltsamen Veränderungen der Art und Weise, wie Werke entstehen und ausgetauscht werden, zu verzögern oder gar aufzuhalten.
Wenn STEAL THIS FILM II sich als hilfreich erweisen sollte, neue Leute in die Bündnisse derer zu bringen, die bereit sind, eine Situation „nach geistigem Eigentum“, zu denken und kreativ über die Zukunft von Distribution, Produktion und Kreativität nachzudenken, haben wir unser Ziel erreicht.“ (Quelle: http://www.stealthisfilm.com/Part2/)

Ende ca. 20:00

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Sonntag, 28. September 2008

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11:00 Organisation von Kreativarbeitern // Diskussion
* Veronika Mirschel, Leiterin des ver.di-Referats Selbstständige, Berlin
* Dr. Alexandra Manske, Institut für Gesellschaftswissenschaften und historisch-politische Bildung, Technische Universität Berlin
* Manuela Zechner, Künstlerin, London
* Marc Röbbecke, Heimatdesign, Dortmund
* Moderation: Valie Djordjevic, iRights.info
VIDEODOKUMENTATION http://www.archive.org/details/KAU08_so_1100_Organisation_von_Kreativarbeitern

Arbeitnehmer schließen sich traditionell zu Gewerkschaften zusammen, um gemeinsam ihre Interessen durchzusetzen. Viele Kreative jedoch reiben sich als Einzelkämpfer in Verhandlungen mit Verlagen, Galerien oder Plattenfirmen auf. Wer vertritt die Interessen der prekarisierten Kulturarbeiter im 21. Jahrhundert? Was bieten Gewerkschaften den kreativen Freiberuflern, können sie die Vielfalt der Beschäftigungsformen erfassen? Sind alternative Zusammenschlüsse außerhalb der institutionalisierten Künstler- und Autorenorganisationen eine Lösung? Oder gehört die Zukunft sozialen Netzwerken, die ihren Kampf für eine faire Bezahlung in Facebook organisieren?

13:15 Die letzten zwei Tage: Zusammenfassung und offene Diskussion
VIDEODOKUMENTATION http://www.archive.org/details/KAU08_so_1300_Die_Tagung_im_Rueckblick

14:00 Chill out mit Mittagessen und Getränken

Stand: 03.09.2008


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Die Tagung "Kreative Arbeit und Urheberrecht" findet statt im Rahmen des Projektes

Arbeit 2.0 - Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt

Gemeinsam mit Berliner Projekt iRights.info untersucht der Hartware MedienKunstVerein 2007-2008 das Verhältnis zwischen kreativer Arbeit, Urheberrecht und Technik.

Musiker, Filmemacher, Journalisten, Programmierer und andere Kreative stehen im Spannungsfeld zwischen Harz IV und Web 2.0, zwischen einem urheberrechtlichen Anspruch auf angemessene Vergütung und Beschäftigungsverhältnissen, die zunehmend unsicherer werden. Für die, die ihr Geld nicht mit fassbaren Produkten verdienen, sondern mit immateriellen Werken wie Texten, Filmen, Musik oder Software, rückt das Urheberrecht ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Die digitale Revolution führt zu neuen Chancen, aber auch zu Unsicherheit unter Kreativen. Arbeit 2.0 schafft einen Ort der Information und Auseinandersetzung an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Recht.

Dabei fügt sich der neue Schwerpunkt nahtlos in das bisherige Online-Angebot von iRights.info ein und erweitert es um Themen rund um Autorschaft, Digitalisierung, Veränderungen des Kunst- und Arbeitsbegriffs.

Im Dialog von urheberrechtlicher und medienkünstlerischer Sichtweise entwickeln der Hartware MedienKunstVerein und iRights.info gemeinsam Informationsangebote und moderieren Diskussionen mit den beteiligten Akteuren. Auf iRights.info entstehen dazu Informationen, Analysen und Gespräche mit den verschiedenen Beteiligten.

Ein Höhepunkt des Projektes ist die Ausstellung „Anna Kournikova Deleted by Memeright Trusted System. Kunst im Zeitalter des Geistigen Eigentums“ vom 19. Juli bis 19. Oktober 2008 in der PHOENIX Halle Dortmund. Die Ausstellung versammelt internationale Positionen zum Themenkomplex „Appropriation, Detournement und Remixing im Zeitalter digitaler Medien“. Ebenfalls in der PHOENIX Halle wird vom 26. bis 28. September 2008 eine Tagung stattfinden, auf der Künstler, Medienaktivisten und Urheberrechtler über Urheberrecht, kreative Arbeit und das digitale Zeitalter diskutieren.

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Arbeit 2.0 -- Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt ist ein Projekt von
Hartware MedienKunstVerein
iRights.info

Träger:
mikro e.V.
AG Informatik in Bildung und Gesellschaft, Institut für Informatik der Humboldt-Universität zu Berlin

Gefördert von:
Kunststiftung NRW
Der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen
Bundeszentrale für politische Bildung
Kulturbüro Stadt Dortmund
dortmund-project
NRW Kultursekretariat Wuppertal
Kulturwerk der VG-BILD-KUNST GmbH, Bonn
Hans-Böckler-Stiftung
ver.di

Kooperationspartner:
Heimatdesign Magazin/ Shop/ Agentur/
Gravis
Medien Kunst Raum Unna

Medienpartner:
Heinz






 

September 2008

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