AUSSTELLUNG

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Kurzführer
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Live-Performances
"Die SETUN-Verschwörung"
21./22.04.2012
12./13.05.2012
02./03.06.2012
23./24.06.2012
21./22.07.2012
jeweils von 11-18 Uhr

Timeline
über die Entwicklung von Informations- und Raumfahrttechnologien, auf welche die Ausstellung Bezug nimmt.
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Francis Hunger: History has left the Building

Dortmunder U | 21. April 2012 - 22. Juli 2012

Francis Hunger: History has left the Building
21. April bis 22. Juli 2012
Eröffnung: Freitag, 20. April 2012, 18:30 Uhr

Kuratiert von Inke Arns

Am 20. April 2012 eröffnet der Hartware MedienKunstVerein (HMKV) auf der 3. Etage des Dortmunder U mehrere Einzelausstellungen. Zwei davon treten in einen engen thematischen Dialog miteinander: Die britische Künstlerin Suzanne Treister (HEXEN 2.0) und der deutsche Künstler Francis Hunger (History has left the Building) beschäftigen sich in ihren Ausstellungen mit ähnlichen Sujets – den Hoffnungen, Utopien, aber auch Dystopien, die mit der Entwicklung von modernen Technologien im 20. Jahrhundert verknüpft sind, mit den gesellschaftlichen Bedingungen ihrer Entwicklung und mit ihrer Funktion als Beschleuniger sozialer und ökonomischer Prozesse in unterschiedlichen politischen Systemen. Beide Künstler betreiben Medienarchäologie mit den Mitteln künstlerischer Narration. Sie erzählen Geschichten aus dem Zeitalter der Informationstechnologien und präsentieren dabei unerhörte und -gesehene Fundstücke in Form von filigranen Zeichnungen und Diagrammen (Treister) sowie Installationen, Hörspielen, Videos und Performances (Hunger).


Francis Hunger: History has Left the Building

Die Ausstellung History has left the Building von Francis Hunger (*1976, Dessau) thematisiert die Hoffnungen und Visionen, die in den staatlich organisierten Utopien des 20. Jahrhunderts mit der Entwicklung neuer Technologien verbunden waren, und erinnert an die Opfer dieses technologischen Fortschritts. Hungers künstlerische Narrationen in Form von Installationen, Performances und Hörspielen reflektieren die neuralgischen Kristallisationspunkte zwischen Technologie und Ideologie, welche Rückschlüsse auf die gesellschaftliche Verfasstheit vor und nach dem Zusammenbruch des Kommunismus zulassen.

Francis Hunger versucht durch eine künstlerische Form aktiver Trauerarbeit den „Mythen-Schutt“ der gescheiterten Revolutionen des letzten Jahrhunderts beiseite zu räumen, um Platz zu schaffen für die Diskussion möglicher neuer Gesellschaftsideen. Der alle Arbeiten umfassende thematische Bogen, den Hunger dabei spannt, ist die Auseinandersetzung mit der Entwicklung und Bedeutung verschiedener komplexer Technologien in sozialistischen Systemen, an deren Fragestellungen und Problemen sich auch Schlüsse für das Scheitern der gesellschaftlichen Utopien ablesen lassen: 5-Jahres-Pläne sind mit der sekundenschnellen permanenten Gegenwart vernetzter Technologien nicht kompatibel. Ihre dezentrale Organisation widerspricht dem sozialistischen Zentralismus.

Vor diesem Hintergrund interessiert sich Francis Hunger für Artefakte, an denen jene Diskurse Spuren hinterlassen haben; die von ihnen ihre Form erhalten haben. Der SETUN-Computer, eine experimentelle sowjetische Rechenanlage, die im Gegensatz zum später weltweit erfolgreichen binären System drei Schaltzustände kannte (0, 1 und -1), und der Sputnik-Satellit sind für ihn stumme Zeugen aus der „ideologischen Antike“ (Alexander Kluge), die uns aus vergessenen Archiven heraus anfunken.

Er spricht über den Stellenwert, den Technologie als Katalysator für gesellschaftliche, politische und ökonomische Prozesse hat, und stellt Fragen, die uns auch heute (gerade heute) etwas angehen, wenn es z.B. um Wege aus der Sackgasse der herrschenden neoliberalen Ideologie geht. Seine künstlerischen Narrationen, die bewusst keine reinen Nachbildungen historisch gesicherter Fakten sind und in denen er auch seine eigene künstlerische Praxis diskutiert, scheinen durch mancherlei Anlehnungen an die Populärkultur von fernen Parallelwelten zu erzählen, in denen Avantgarde, Politik und Wissenschaft eins waren (Sieg der Sonne). Sie schärfen den Blick für unsere Gegenwart, in der die eigenen postfordistischen, vernetzten Technologien kapitalistischer Gesellschaften eine Auslagerung der klassischen Produktion von Gütern in Weltgegenden bewirkt haben, die sich nicht gegen Ausbeutung wehren können, ein System ermöglichen, das auf permanenter Selbstausbeutung und Selbstoptimierung beruht, und Kapital generieren, das nur in unserer Vorstellung existiert (Humankapital).

Website von Francis Hunger: http://www.irmielin.org/

Live-Performances "Die SETUN-Verschwörung"
21./22.04.2012
12./13.05.2012
02./03.06.2012
23./24.06.2012
21./22.07.2012
jeweils von 11-18 Uhr


Hauptförderer des HMKV:
Kulturbüro Stadt Dortmund
Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen
Sparkasse Dortmund
DSW21
Film- und Medienstiftung NRW

Medienpartner:
ARTE Creative - creative.arte.tv
de:bug

Francis Hunger wurde durch ein Stipendium der Kulturstiftung des Freistaats Sachsen unterstützt.



Presse

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TERMINE

Heute, 23. November 2017
After-Work-Führung „Afro-Tech“
18:00 Uhr | Dortmunder U



Morgen, 24. November 2017
Eröffnung der Ausstellungen „Sturm auf den Winterpalast“ und „Die Grenze“
19:00 - 22:00 Uhr | Dortmunder U



Sa, 25. November 2017
Vortrag: Karl Schlögel - Grenzland Europa
14:00 - 15:00 Uhr | Dortmunder U



Sa, 25. November 2017
Podiumsdiskussion mit Künstler*innen der Ausstellung „Die Grenze“
15:30 - 17:00 Uhr | Dortmunder U



So, 26. November 2017
Kuratorenführung „Die Grenze“
15:00 Uhr | Dortmunder U



So, 26. November 2017
Öffentliche Führung an Sonn- und Feiertagen „Afro-Tech“
16:00 Uhr | Dortmunder U



Do, 30. November 2017
After-Work-Führung „Afro-Tech“
18:00 Uhr | Dortmunder U



Sa, 2. Dezember 2017
Kuratorenführung „Sturm auf den Winterpalast“
15:00 Uhr | Dortmunder U



So, 3. Dezember 2017
Familiensonntag „Afro-Tech“
12:00 - 17:00 Uhr | Dortmunder U



So, 3. Dezember 2017
Kinderführung „Afro-Tech“
15:00 Uhr | Dortmunder U



So, 3. Dezember 2017
Öffentliche Führung an Sonn- und Feiertagen „Sturm auf den Winterpalast“ + „Die Grenze“
15:00 Uhr | Dortmunder U



So, 3. Dezember 2017
Öffentliche Führung an Sonn- und Feiertagen „Afro-Tech“
16:00 Uhr | Dortmunder U



Do, 7. Dezember 2017
After-Work-Führung „Afro-Tech“
18:00 Uhr | Dortmunder U



Do, 7. Dezember 2017
Film: Space is the Place (OmU)
20:00 Uhr | Kino im U



So, 10. Dezember 2017
Öffentliche Führung an Sonn- und Feiertagen „Sturm auf den Winterpalast“ + „Die Grenze“
15:00 Uhr | Dortmunder U



So, 10. Dezember 2017
Öffentliche Führung an Sonn- und Feiertagen „Afro-Tech“
16:00 Uhr | Dortmunder U



Do, 14. Dezember 2017
After-Work-Führung „Afro-Tech“
18:00 Uhr | Dortmunder U



So, 17. Dezember 2017
Öffentliche Führung an Sonn- und Feiertagen „Sturm auf den Winterpalast“ + „Die Grenze“
15:00 Uhr | Dortmunder U



So, 17. Dezember 2017
Öffentliche Führung an Sonn- und Feiertagen „Afro-Tech“
16:00 Uhr | Dortmunder U



Do, 21. Dezember 2017
After-Work-Führung „Afro-Tech“
18:00 Uhr | Dortmunder U



So, 24. Dezember 2017
Öffentliche Führung an Sonn- und Feiertagen „Sturm auf den Winterpalast“ + „Die Grenze“
15:00 Uhr | Dortmunder U



So, 24. Dezember 2017
Öffentliche Führung an Sonn- und Feiertagen „Afro-Tech“
16:00 Uhr | Dortmunder U



Di, 26. Dezember 2017
Öffentliche Führung an Sonn- und Feiertagen „Sturm auf den Winterpalast“ + „Die Grenze“
15:00 Uhr | Dortmunder U



Di, 26. Dezember 2017
Öffentliche Führung an Sonn- und Feiertagen „Afro-Tech“
16:00 Uhr | Dortmunder U



Do, 28. Dezember 2017
After-Work-Führung „Afro-Tech“
18:00 Uhr | Dortmunder U



So, 31. Dezember 2017
Öffentliche Führung an Sonn- und Feiertagen „Sturm auf den Winterpalast“ + „Die Grenze“
15:00 Uhr | Dortmunder U



So, 31. Dezember 2017
Öffentliche Führung an Sonn- und Feiertagen „Afro-Tech“
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Do, 4. Januar 2018
After-Work-Führung „Afro-Tech“
18:00 Uhr | Dortmunder U



So, 7. Januar 2018
Öffentliche Führung an Sonn- und Feiertagen „Sturm auf den Winterpalast“ + „Die Grenze“
15:00 Uhr | Dortmunder U



So, 7. Januar 2018
Öffentliche Führung an Sonn- und Feiertagen „Afro-Tech“
16:00 Uhr | Dortmunder U



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Humankapital (c) www.hanneswoidich.de
Tolpa (c) www.hanneswoidich.de
Sieg der Sonne (c) www.hanneswoidich.de
Lied für Henry Ford (c) www.hanneswoidich.de
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Nothere (c) www.hanneswoidich.de
The Setun Conspiracy (c) www.hanneswoidich.de

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