Das
Stipendium des Landes NRW
2006 (Juli – Dezember) für eine Medienkünstlerin aus NRW
geht an
Anne Pöhlmann
(Düsseldorf) für das
Projekt
„Skater im
erweiterten Raum“. Anne
Pöhlmann beschäftigt sich in ihren künstlerischen Arbeiten seit
längerer Zeit mit „realgewordenen Zukunftsvisionen aus der
Vergangenheit“. Dieses Interesse hat sie in die Pariser
Stadtviertel La Defense und Beaugrenelle gebracht. In Paris stieß
sie auch auf eine Website mit Fotos von Jugendlichen, die in genau
diesen Vierteln Skateboard fahren. Die Skater besetzen, so Pöhlmann,
eben jene Orte „zwischen der Architektur, zwischen den definierten
und umbauten Räumen“. Diese Nicht-Orte, Zwischenräume, Wege,
Ecken, zweckfreien Zonen – Negativformen der sie umgebenden
Architektur – tauchen wiederum bevorzugt als Szenarien in
Computerspielen auf. Pöhlmann fragt, ob es sich bei diesen
unbeherrschten Orten, die sich stadtplanerischen, ökonomischen,
kommerziellen oder digitalen Kontrollstrukturen entziehen, nicht um
die letzten romantisch-besetzten Freiräume der Großstadt handelt.
Ihr künstlerisches Projekt wird anhand der zweckfreien Zonen
Parallelen zwischen Stadtarchitektur und Computerspiel aufzeigen.
Anne
Pöhlmann (*1978, Dresden)
studierte an der Ecole des Beaux Arts in Dijon (Frankreich), an der
Akademie der bildenden Künste der Johannes Gutenberg Universität
Mainz und an der Kunstakademie Düsseldorf (2001-2005). 2005 hatte
sie ihre ersten Einzelausstellungen in Düsseldorf („...ten minutes
from here“, stadtraum.org) und Köln. Seit 2002 Teilnahme an
verschiedenen Gruppenausstellungen, u.a. „Nachstellungen“, Halle
6, Galerie Christine Hölz, Düsseldorf (2004) und „Surfshop“, im
Rahmen von „Contemporary Import“, Art Forum Berlin (2005).