HMKV VIDEO DES MONATS

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Alla Rumyantseva, Alexey Rumyantsev: I met a girl

Dortmunder U | Ebene 3
Dezember 2018

In der Serie HMKV Video des Monats stellt der HMKV im monatlichen Wechsel aktuelle Videoarbeiten internationaler Künstler*innen vor. Im Dezember 2018 zeigen wir „I met a girl“ von Alla Rumyantseva und Alexey Rumyantsev.

Alla Rumyantseva, Alexey Rumyantsev
I met a girl
Video, 5:52 Min., 2014

„Das Video beruht auf dem bekannten (sowjetisch-)tadschikischen Film „Я встретил девушку" (I met a girl, 1957). Es ist die Geschichte eines einfachen Mädchens, das eine wunderbare Stimme hat und davon träumt, im lokalen Kulturzentrum aufzutreten. Doch ihr Vater erlaubt es ihr nicht und schickt sie aufs Land. Der Film handelt von einer Gesellschaft, die das feudalistische Erbe des Patriarchats bekämpft, das aus der Vergangenheit in die Gegenwart hineinwirkt. Der Film handelt von einer Zeit, in der das Streben der Jugend nach Selbstverwirklichung begrüßt wurde. Heute erleben wir das Gegenteil – der Staat verhält sich indifferent, während die Gesellschaft angesichts der Islamisierung beginnt, patriarchalische Prinzipien wieder gutzuheißen. Im Video wird die Geschichte in das moderne Tadschikistan verlegt und versucht, einige wichtige Fragen zu beantworten: Kann ein talentiertes einfaches Mädchen seinen Traum verwirklichen? Kann sie den Mann heiraten, den sie liebt? Kann sie dies in einer Gesellschaft tun, die sich rückwärtsgewandt entwickelt, in einer Gesellschaft, in der religiöse Ansichten dominieren und in der die Wahlfreiheit keinen Wert mehr darstellt?" (Alla Rumyantseva)

Alla Rumyantseva / Alexey Rumyantsev, *1977/75 Duschanbe, Tadschikistan (Sowjetunion). Alla Rumyantseva graduierte an der Technischen Universität von Tadschikistan im Fach Modedesign, Alexey Rumyantsev an der Staatlichen Kunstschule Olimov in Duschanbe im Fach Design. Beide arbeiten als 3D-Designer für die Firma „Angor". 2017-2018 Teilnahme an der von Inke Arns und Thibaut de Ruyter kuratierten Ausstellung „Die Grenze" des Goethe-Instituts in Moskau, Sankt Petersburg, Krasnojarsk, Kiew, Tiflis, Minsk, Dortmund, Jekatarinburg, Almaty. 2010–2015 nahmen sie an Projekten des Kunstraums „Dushanbe Art Ground" teil. Zahlreiche Festivals, darunter: „A Parallel", „Pusto", „One Minute Film Festival", „Kurye International Video Festival", 54. Biennale von Venedig, „Glacier Music", „Reformat", Purgatory IV Film Exhibition & Artist Bazaar, FIFES – international festival of experimental film. Sie traten auch im Rahmen von Workshops und Seminaren auf: „Art and environment", „Philosophical aspects of modern art", „Spaces on the run", „Practicing civic duties through social and visual media".