NEW INDUSTRIES FESTIVAL: Requiem für eine Bank

14. September 2013 - 02. März 2014 Dortmunder U, Ebene 3
Money ain't got no owners, only spenders. Omar Little, "The Wire"
 
Aber der Teufel will, dass die künftigen Gegenwarten nicht unbedingt der gegenwärtigen Zukunft entsprechen müssen. Niklas Luhmann, "Die Wirtschaft der Gesellschaft"

 

Die Ausstellung Requiem für eine Bank widmet sich der Welt der Finanzwirtschaft. Internationale Künstler*innen aus verschiedenen Disziplinen wie der Medienkunst, bildenden Kunst, Performance und Architektur untersuchen in ihren Arbeiten, welche technologischen und politischen Bedingungen für das rasante Wachstum der Finanzmärkte seit den 1970er Jahren geschaffen werden mussten und wie sich unsere Vorstellung von Geld als Medium und Tauschwert durch Digitalisierung und Vernetzung verändert hat – vom Münz- und Papiergeld hin zu rein virtuellen Werten wie Derivaten, verbrieften Subprime-Krediten und anderen Hochrisikopapieren, die in den weltweiten Datennetzen gehandelt werden und die globale Finanzkrise von 2008 beförderten.

Ein zweiter Schwerpunkt der Ausstellung beschäftigt sich mit den Auswirkungen eines virtualisierten Wirtschaftssystems auf das Arbeitsleben, die Gesellschaft und das Private. Von besonderem Interesse sind die Rückkopplungen einer finanzialisierten Ökonomie mit zeitgenössischen Arbeits- und Alltagswelten, in denen die Marktverhältnisse und das Verhältnis zwischen Gläubigern und Schuldnern zum bestimmenden Kriterium für jedes private und gesellschaftliche Handeln werden.

Ein dritter Aspekt von Requiem für eine Bank fragt nach möglichen Zukunftsszenarien unseres gegenwärtigen Wirtschaftssystems – utopischen (z.B. im Sinne einer demokratisierten Börse für lokale Anliegen in der Stadt) wie dystopischen (in denen z.B. globale Unternehmenskonglomerate mit verschuldeten Staaten in Südeuropa verschmelzen).

Requiem für eine Bank ist Teil des NEW INDUSTRIES FESTIVAL des HMKV und tritt in einen inhaltlichen Dialog mit Axel Brauns Rauminstallation Zugunsten einer Gesellschaft von morgen, für die wir heute schon bauen. Ein partizipatives Performanceprogramm öffnet die Ausstellung hin zu den Räumen, in denen das Wirtschaften augenfällig wird: dem Stadtraum.

Kooperationspartner:

Urbane Künste Ruhr

Gefördert durch:

Kulturbüro Stadt Dortmund
Ministerium für Familie Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW
Sparkasse Dortmund
DSW21
British Council
Königlich Norwegische Botschaft

Mit freundlicher Unterstützung:

LWL-Kulturstiftung
Stiftung Kulturhauptstadt RUHR.2010

Medienpartner:

ARTE Creative
De:Bug
Ruhrgestalten

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